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Aufgaben des Journalisten
Teil 1: Selbstverständnis
- Was macht eigentlich ein Journalist
- Rollen von Journalisten in der Gesellschaft
- Verhältnis zum Leser
Teil 2: Das macht einen guten Artikel aus
WAS MACHT EIGENTLICH EIN JOURNALIST?
Für kaum einen anderen Beruf gibt es so viele unterschiedliche Definitionen wie für Journalisten. Das liegt nicht nur daran, dass sich jeder Journalist nennen darf (Meinungsfreiheit nach Art. 5 GG) - Schüler und Rentner, Arbeitslose und Akademiker, Moderatoren und Meckerer, Rechercheure und Kolumnisten.
Eins haben sie aber alle gemeinsam:
Journalisten schreiben über die aktuellen Vorgänge in ihrer Umwelt, die sich für Wichtig halten,
und übermitteln ihre Eindrücke an jene, die diese Informationen wollen
und sich nicht so intensiv damit beschäftigen.
ROLLENBILDER VON JOURNALISTEN
Doch was ist das Wichtige für den Leser? Reine, trockerne Faktenvermittlung? Unterhaltsame, kurze Aufbereitung? Umfangreiche Hintergründe, oder eine Deutungshilfe? Und wo liegen sind die eigenen Fähigkeiten - sprachlich oder in der Recherche?
Daraus haben sich unterschiedliche Rollenbilder von Journalisten entwickelt:
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Informations-
journalismus
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Interpretativer
Journalismus
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Investigativ-
Journalismus
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literarischer
Journalismus
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Rolle in der Gesellschaft
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Erklärer
von Zusammen-
hängen
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Wachhund,
Anwalt des Lesers/Bürgers
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Neutral-passiv, unparteilich
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Neutral-aktiv, unparteilich
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Wissenschafts-
Journalist
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Bedarf an
Handwerkl. Kompetenz
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Bedarf an
künstlerischer Kompetenz
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Nachricht, Meldung,
Bericht
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Feature, Reportage,
Magazingeschichte,
Kommentar, Infografik
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Offen: Reportage,
Kolumne, Glosse, Essay, Bild
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Spiegel, Focus,
Bild,Zeit, Stern
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Seite 3,
Streiflicht, Neon
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Eigene Darstellung, basierend auf: Weischenberg: Journalismus, Bd 2, S. 114.
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Sie alle haben ihre Berechtigung. Denn der eine will kurz, der andere umfangreich informiert werden, der eine will Unterhaltung, der andere Orientierung. Und das ändert sich auch noch bei jedem Leser je nach Tageszeit und Stimmung.
Eine Zeitung, selbst jeder Journalist, ist deshalb gut beraten, sich nicht auf eine Rolle festzulegen, sondern alle in sich zu vereinen und sie je nach Thema und Perspektive anzuwenden. So das bringt viele Leser.
VERHÄLTNIS ZUM LESER
Aus der Aufgabenbeschreibung eines Journalisten ergibt sich:
- Der Journalist orientiert sich immer am Leser. Er respektiert seine Meinung und seine Bedürfnisse.
Der Leser ist schließlich sein Auftrageber. Wer schreibt, um berühmt zu werden, überschätzt das Erinnerungsvermögen des Lesers an Namen - und meist auch seine eigenen Fähigkeiten.
- Der Journalist ist Dienstleister: Er beliefert den Leser mit neuen, wichtigen Informationen.
Wer Künstler werden will, soll Buchautor werden. Der Journalist hat einen Auftrag vom Leser, ihm die Informationen zu besorgen, die er, sein Konsument, benötigt.
Deswegen hat der Journalist geradezu die Pflicht, sich eine Meinung über Vorgänge zu bilden und diese seinem Leser mitzuteilen - inklusive der der Meinung zu Grunde liegenden Fakten. Denn der Journalist als hat sich viel intensiver mit einem Vorgang befasst als es sein Leser kann und will. Zugleich ist er weder betroffen noch Akteur, und deswegen eine unabhängige - aber nicht unbedingt neutrale - Instanz.
- Erfundene oder schlecht recherchierte Fakten widersprechen dem Auftrag des Lesers, schaden ihm und damit auch dem Journalisten.
- Der Journalist muss immer mehr wissen als der Leser und dieses Mehr ihm vermitteln.
Der Leser liest nicht, was er nicht schon weiß. Deswegen steht nie in der Zeitung, wie das Wetter gestern war. Die Zeitung muss ihm einen Mehrwert bieten: Mehr Neues, mehr Hintergrund, mehr Verständnis über Vorgänge in der Welt.
- Der Journalist muss das Wichtige für den Leser auswählen und es ihm verständlich machen.
Die Wirklichkeit gibt es nicht, das Geschehen der Welt immer von Menschen vermittelt. Selbst, wenn sie unmittelbar dabei waren, haben sie nicht alles gesehen. Ihre Eindrücke sind beeinflusst von deren Vorwissen und Erfahrungen, keine ist mit der anderen identisch. Deshalb unterscheidet sich die Darstellung in den Medien ist immer vor der von Beteiligten. Medien versuchen, , die Eindrücke zusammenzutragen und das Wesentliche glaubwürdig darzustellen.
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