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Goldene Regeln
Die Akrützel-Regeln für Artikel seit 1999
1. Schreibe so, wie du sprichst.
Wenig Nebensätze, Substantivierungen, Fremdwörter, Passiv, statt dessen viele Hauptsätze, Verben, Zitate u.ä.
2. Kurz und knackig statt lang und verworren.
Weniger ist mehr: Ein Sachverhalt lässt sich nicht in allen Einzelheiten darlegen. Konzentriere dich auf die wichtigen Umrisse und berausche dich nicht an langen Wortkonstrukten die langweilen.
3. Der Leser hat keine Ahnung. Zeige ihm, dass er betroffen ist.
Erkläre alles. Wer macht was warum seit wann, und welche Bedeutung hat es für den Leser. Auch scheinbar Altbekanntes: z.B. was ist der StuRa, wer ist Meyn, etc.
4. Eine Nachricht ist immer nur so gut, wie sie unterhaltsam ist.
Spannendes, Skurriles, witziges, ironisches lockert auf und hebt die Nachricht heraus aus dem nüchternen Informationswust.
5. Es gibt keine Objektivität. Habe Mut zur eigenen Meinung.
Jede Darstellung ist subjektiv. Der Leser braucht aber jemanden, der ihm hilft, die Lage zu beurteilen: Den Journalisten.
6. Polarisiere, um das Problem zu verdeutlichen.
Kein Leser liest Artikel bis zum Ende. Mach ihn neugierig auf das Problem. Die Aufgabe von Artikeln ist nicht, Konflikte zu beheben, sondern sie darzustellen.
7. Zurückhaltung im Gespräch, nicht im Artikel.
Wer Fehler macht, muss damit leben, dass sie dargestellt werden. Er hat aber auch das Recht, sich zu äußern. Deswegen keine Meinungsäußerungen im Interview aber gern kritisch nachfragen. Denn Fragen sind keine Aussagen.
8. Beschreibe es so, als würdest du es gerade einem Blinden erzählen.
Der Leser muss sich in die Situation hineinversetzen können. Also: viele Details, Farben, Gegenstände, Zitate, Gesten, Aussehen, Handlungen.
9. Schreibe nur über das, was du direkt erfahren hast.
Es gibt keine zuverlässigen Quellen, alle haben ihr eigenes Interesse. Gehe an den Ort des Geschehens, sprich mit allen Beteiligten, überprüfe Informationen aus mind. zwei Quellen. Presse- und Fernsehberichte reichen nicht, um sich ein eigenes Bild zu machen.
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