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4. Aufbau
- die zentrale Aussage
- Aufbau folgt Perspektive
- Aufbauvarianten
Der Leser muss erst überzeugt werden, den Artikel zu Ende zu lesen. Das schafft der richtige Aufbau. Sind die Fakten verständlich dargestellt, stockt der Leser nicht und fühlt sich überfordert. Wenn sie logisch angeordnet sind, kommt der Leser sogar bis zum Artikelende. Und sind sie prägnant und bildhaft, prägen sie sich ins Langzeitgedächntis ein.
Das ist überaus selten: Nach Untersuchungen an überregionalen Tageszeitungen erreichen gerade einmal 6 Prozent der Leser, die einen Artikel angefangen haben, auch den letzten Satz. Nur der richtige Artikelaufbau kann diesen Schnitt verbessern: Durch ausgewogenes Hin und Her zwischen Handlung und Hintergrund, zwischen dem einen und dem anderen Akteur, zwischen Fakten und Unterhaltung.
DIE ZENTRALE AUSSAGE DES ARTIKELS
Zu Beginn muss sich der Journalist immer fragen:
Was will der Artikel dem Leser mitteilen, was ist die Hauptaussage?
Diese Frage ist nicht mit der Perspektive zu verwechseln. Die die bestimmt ja nur, WIE man sich seinem Thema nähert. Nun aber, nach ausgiebiger Recherche, muss zusammen gefasst werden, WAS man herausgefunden hat. Die Perspektive fragt, die Hauptaussage antwortet.
z.B.
- Perspektive: WAS ist passiert, Hauptaussage: Ministerpräsident will Studiengebühren einführen, oder
- Perspektive: WAS ist davon zu halten, Hauptaussage: Die Landesregierung sieht nur die hohen Einnahmen und schert sich nicht um die Folgen für das Bildungssystem.
Die Hauptaussage muss klar sein, bevor auch nur irgend ein Wort geschrieben wird. Wenn nicht, werden Artikel in ihrer Aussage und ihrem Anliegen unklar. Es hilft häufig, sie über das Manuskript darüber zu schreiben, um sie ständig vor Augen zu haben.
GLIEDERUNG: AUFBAU FOLGT PERSPEKTIVE
Bei der Artikelplanung gliedert man den Text in Bausteine (Absätze/Passagen). Dafür sollte der Journalist:
- Den Absätzen Überschriften verpassen, als deren Zusammenfassung (Nicht zu detailliert). Sie müssen dabei nocht nicht in der Reihenfolge ihrer Verwendung geordnet werden.
z.B.: Stoiber Argument pro Gebühren; Experte contra, Experte pro, Haushaltsentwicklung Bayern, Debatte im Landtag, weiteres Beispiel: Kürzung der Gymnasiumszeit (G12) wg. Geldnot, Lage in anderen Ländern usw.
- Diese Zusammenfassungs-Überschriften im Manuskript notieren, um sie nicht zu vergessen, , dann sortieren, um beim Formulieren besser auf den nächsten Absatz zusteuern zu können.
AUFBAUVARIANTEN
Aus dem Zweck des Artikels ergeben sich unterschiedliche Formen, einen Artikel aufzubauen.
WAS ist passiert:
- Überblickshaft/Kurz (Nachricht/Meldung) Pyramidenform: Das Wichtigste zuerst, dann das weniger wichtige,dann das noch weniger wichtige (Hintergründe) usw.
- Tiefgehend (Bericht):
Einstieg: Pyramidenform, szenisch, Zitat, Superlativ
Hauptteil: verschiedene Reaktionen von Betroffenen auf das Geschehen, Hintergründe (Warum ist es passiert, was passierte vorher),
Schluss: Ausblick: Was kommt nun?
WIE ist etwas passiert, WIE funktioniert es: (Feature/Reportage:)
- Einstieg: szenisch, Orts/Zeitangabe, Prognose
Hauptteil: Roter Faden anhand von Szenen des Fallbeispiels (Ablauf), Hintergrund einstreuen
Schluss: szenischer Abschluss
WARUM ist etwas passiert:
Positionsvergleich/-darstellung, Reaktionen:
- Einstieg: Gegensatz. Ironie, Eigentlich-Einstieg, Zitat
Hauptteil: Thematisch differenzieren, Akteure immer wieder gegenüber stellen, dazwischen Hintergrund und danach Hintergrund des Konflikts,
Schluss: Ausblick - Folgen des Konflikt, Lösung?, resümmierender Kommentar/Zitat
WOHER kommt es (Magazingeschichte):
- Einstieg: Gegensatz, Eigentlich-Einstieg, Historisches
Hauptteil: thematisch oder örtlich zwischen Hauptakteuren abwechseln, Hintergründe entweder dazwischen oder danach
Schluss: Ausblick, Ringschluss, Schlusspointe
WER handelt, WER hat WELCHE POSITION:
WAS IST DAVON ZU HALTEN
- Ernsthaft zu Thema/Ereignis (Kommentar)
Einstieg: Urteil, These, Behauptung, Historisches, Ironie, Frage
Hauptteil: 1-3 Belege der These,
Schluss: Schlussfolgerung/Empfehlung
- Ernsthaft zu Veranstaltung/Kunstwerk u.ä. (Kritik): freier Einstieg, max. ein Drittel Inhaltsbeschreibung, wichtig: viel Bewertung, Vergleich
- Unterhaltsam: Glosse, freier Aufbau: Assoziieren, Übertreiben von Ereignissen
Sonderfall:
Anfietschern(Anfeaturen): Einen trockenen Text durch einen szenischen oder bunten Einstieg auflockern.
Achtung: Anfeaturen ist nicht Verfeaturen = Aus einem Bericht/Meldung/Nachricht ein Feature machen.
Der Artikel ist geplant, fehlt noch ein knackiger Einstieg
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